Selbstwertgefühl: Sich selbst annehmen

 

Unsicherheit, Angst vor Herausforderungen, Selbstzweifel, Selbstvorwürfe, Schuldgefühle oder einfach nur ein diffuses Unbehagen. Viele Menschen kennen solche und ähnliche Gefühle. Manche begleiten diese Gefühle fast ständig, andere empfinden nur manchmal so. Vielleicht gerade dann, wenn diese Menschen kritisiert werden oder ihr Leben ein wenig aus der Balance geraten ist.

Vielleicht kennen Sie das auch?

Ganz oft hängen solche Stimmungen und Gefühle mit unserem Selbstwertgefühl zusammen. Eine der Quellen, aus der sich unser Selbstwertgefühl speist, ist die Selbstannahme.

Was ist Selbstannahme?

Wir nehmen uns selbst an,

  • wenn wir denken: „Ich bin o. k., wie ich bin (mit allen Ecken und Kanten).“
  • und wenn wir glauben: „Ich habe es verdient, glücklich zu sein! Mir darf es gut gehen!“

Die Grundlage für diese Fähigkeit entsteht in einem hohen Maße in unserer Kindheit. Wenn wir immer wieder gezeigt bekommen, dass wir auch mit unseren Fehlern in Ordnung sind und geliebt werden, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass wir uns und unsere Fehler auch später gut annehmen können.

Häufig erleben Kinder jedoch, dass sie, so wie sie sind, nicht in Ordnung sind. Oder sie werden oft ausgeschimpft, wenn sie einen Fehler gemacht haben. Unter solchen Erfahrungen leiden Selbstwertgefühl und Selbstannahme.

Vom äußeren Kritiker zum inneren Kritiker

Ein Grund hierfür ist, dass durch die äußere Kritik nämlich so etwas wie ein innerer Kritiker entsteht. Das ist so etwas wie eine innere Stimme, mit der wir uns auch dann kritisieren, wenn wir alleine sind. Diese innere Stimme kann uns unser ganzes Leben lang begleiten. Also auch dann, wenn wir bereits erwachsen sind. Ist der innere Kritiker stark ausgeprägt, kann uns diese innere Stimme das Leben ganz schön schwer machen. Weil wir dann nämlich häufig an uns rummeckern und uns verurteilen. Häufig auch für die Dinge, die überhaupt nicht verurteilenswert sind.

Übrigens sind nicht alleine Eltern für unsere Kindheitserfahrungen verantwortlich. Auch Lehrer, Verwandte, Freunde, Mitschüler und andere enge Bezugspersonen können eine sehr große Rolle spielen. Deswegen können z. B. auch Kinder aus ganz schwierigen Familienverhältnissen durchaus ein starkes Selbstwertgefühl entwickeln. Außerdem legen wissenschaftliche Forschungen nahe, dass auch andere Faktoren eine Rolle spielen, wenn es um unser Selbstwertgefühl geht, z. B. genetische Voraussetzungen.

Der innere Kritiker

Wenn ich von dem inneren Kritiker spreche, fallen manch einem vielleicht gleich ein paar Situationen ein, in denen sie diese innere Stimme selbst ab und an hören. Beispielsweise, wenn es darum geht, wie man bestimmte Aufgaben erledigt. Vielleicht sagt der innere Kritiker dann: „Du bist viel zu schluderig.“ Oder umgekehrt: „Du bist immer so perfektionistisch.“ Häufig hört man den inneren Kritiker auch, wenn es darum geht, wie wir aussehen, z. B.: „Du bist viel zu dick.“ Oder: „Du bist so groß und überragst immer alle.“ Manchmal geht es auch um unsere Eigenschaften und unsere Persönlichkeit: „Immer bist Du so impulsiv.“ Oder: „Wieso kannst Du nicht mal ein bisschen weniger kontrolliert reagieren?“


Wenn der innere Kritiker übermächtig wird

Wenn wir uns zu stark auf den inneren Kritiker konzentrieren, kann er uns ganz schön im Weg stehen. Vor allem, wenn es darum geht, sich selbst anzunehmen. Weil man sich dann nämlich weitaus häufiger kritisiert, als gut und sinnvoll ist. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch. Ganz oft ist es sehr gut, das eigene Verhalten oder seine Eigenschaften kritisch unter die Lupe zu nehmen. Denn nur so kann man sich auch weiterentwickeln und etwas bei sich selbst verändern. Schwierig wird das mit der Selbstkritik immer dann, wenn sie pauschal geschieht. Wenn wir also sagen: Du bist ja immer … Du machst ja immer … Oder, wenn wir aus dem Modus der inneren Kritik nur schwer herauskommen. Und wir uns selbst kritisieren für Dinge, die wir nicht oder nicht mehr verändern können, z. B. unsere Vergangenheit.

Das Schöne ist, dass wir gezielt auf die Stimme unseres inneren Kritikers und somit auch auf unser Selbstwertgefühl Einfluss nehmen können. Wir können also auch als Erwachsene viel dafür tun, ein starkes Selbstwertgefühl zu bekommen. Indem wir an unserer Selbstannahme arbeiten.

Falls Sie Lust haben, etwas für Ihr Selbstwertgefühl und Ihre Selbstannahme zu tun, probieren Sie doch folgende Übung aus.

Eine Spurensuche

Bei dieser Übung machen wir uns auf eine Spurensuche. Und zwar nach Momenten, in denen Sie sich angenommen gefühlt haben. In denen Sie also mit sich im Reinen waren und gespürt haben, dass Sie vollkommen in Ordnung sind, so wie Sie gerade in dem Moment waren. Es handelt sich dabei um sogenannte Selbstannahmesituationen. Wenn wir solche Momente bewusst benennen können, kann uns das helfen, unser Selbstwertgefühl zu stärken. Weil wir uns dann nämlich in unserer Vorstellung leicht in das Gefühl der Selbstannahme hineinbegeben können.

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Vielleicht fällt es Ihnen ganz leicht, ein oder zwei solcher Momente zu benennen.

Wie Sie Selbstannahmesituationen finden

Falls Ihnen das schwerfällt, dann keine Sorge: Hier kommen noch ein paar Hilfsmitteln, mit denen Sie Ihre persönlichen Selbstannahmesituationen leichter herausfinden können. Und glauben Sie mir: Jeder hat diese Momente oder hat sie irgendwann schon mal gehabt.

Fragen Sie sich dazu z. B.:

  • Wann habe ich mich zuletzt absolut wohl in meiner Haut gefühlt?
  • In welcher Situation habe ich mich geborgen gefühlt?
  • Wann habe ich mich mit mir im Reinen gefühlt?
  • In welchen Momenten bin ich froh, dass ich genau so bin, wie ich bin?

Einige Beispiele:

  • bei meinem zehnten Geburtstag
  • bei meinem letzten Vorstellungsgespräch
  • bei meinem Blind Date
  • während einer Diskussion
  • bei dem tollen Sonnenuntergang im letzten Urlaub
  • als ich die Entscheidung getroffen habe, meinen Job zu kündigen

Eine Möglichkeit, solche Momente voller Selbstannahme zu finden, besteht darin, chronologisch rückwärtszugehen. Sich also zu fragen:

In der letzten Woche, im letzten Monat, im vergangenen Jahr, in den vergangenen drei Jahren, fünf Jahren …: Wann habe ich mich mit mir im Reinen gefühlt? Wann habe ich gespürt: Ich bin völlig in Ordnung, so wie ich bin?

Suchen Sie in Ihren Lebensbereichen

Oder Sie gehen die einzelnen Lebensbereiche durch: im Beruf, in der Partnerschaft, beim Sport, in der Freizeit …: Wann waren Sie froh, dass Sie genau so sind, wie Sie sind?

Falls es Ihnen nicht so leichtfällt, solche Momente herauszufinden, ist das überhaupt nicht schlimm und vor allem sehr normal. Die meisten von uns sind es viel zu sehr gewohnt, immer nur die Stimme ihres inneren Kritikers zu hören. Der sagt dann vielleicht bei allem, was wir gut machen, bloß: „Pah, das ist doch nichts Besonderes, das kann jeder, das ist das Mindeste, was du geben kannst.“ Und dann fällt es uns auch viel schwerer, anzuerkennen, dass wir unser Glück auch verdient haben. Einfach nur, weil wir so sind, wie wir sind.

Und dadurch können wir die Momente, in denen wir uns vorbehaltlos selbst annehmen, nicht so leicht wahrnehmen. Aber auch das lässt sich mit ein wenig Aufmerksamkeit üben.

Suchen Sie im laufenden Alltag

Dazu fragen Sie sich am besten mehrfach am Tag, z. B. morgens, mittags und abends, ob Sie sich irgendwann an diesem Tag vorbehaltlos selbst annehmen konnten.

Wann haben Sie sich heute wohl gefühlt mit sich selbst?

Das müssen übrigens nicht zwingend Momente sein, in denen alles glattgelaufen ist. Auch wenn wir einen Fehler gemacht haben oder jemand anderes uns kritisiert, kann dieses Gefühl der Selbstannahme entstehen. Wenn man sich z. B. denkt: „Ich habe mein Bestes gegeben.“ Oder: „Ich stehe hinter dem, was ich gemacht habe oder wie ich bin.“

Wenn Sie sich einige Tage lang mehrfach nach Ihren Selbstannahmesituationen befragen, werden Sie sehr wahrscheinlich die eine oder andere Situation entdecken. Die Momente sind da, wir nehmen sie oftmals nur nicht bewusst wahr. Und mit ein wenig Achtsamkeit über mehrere Tage schärfen wir unser Bewusstsein.

Selbstannahmemomente auskosten

Wenn Sie einen oder mehrere Momente gefunden haben, in denen Sie sich mit sich selbst völlig im Einklang gefühlt haben, dann versuchen Sie, diesen Moment einen Augenblick lang ganz intensiv zu spüren. Schließen Sie dazu vielleicht die Augen. Dann fällt es den meisten etwas leichter, sich in eine vergangene Situation hineinzuversetzen. Versuchen Sie zu spüren, wo Sie das Gefühl der Selbstannahme erleben. Fühlt sich Ihr Kopf vielleicht besonders leicht und frei an? Haben Sie ein wohliges Gefühl im Bauch? Fühlen Sie sich besonders energiereich und stark? Oder ganz entspannt?

Selbstannahmesituationen festhalten

Vielleicht schreiben Sie kurz ein paar Stichworte zu Ihrem Gefühl auf. So werden Ihnen Ihre Gedanken und Gefühle in der Selbstannahmesituation bewusster. Und Sie können sich später leichter wieder in dieses Gefühl hineinbegeben. Damit lässt sich Ihr Selbstwertgefühl dann ganz einfach stärken.

Einige Beispiele:

  • auf meinem zehnten Kindergeburtstag: Ich fühlte mich stark, energiereich. Ich konnte für mich einstehen, meinen Tag gestalten. Und es war in Ordnung, mir zu wünschen, wie er laufen sollte.
  • beim Vorstellungsgespräch: Ich bin, wie ich bin. Und das ist gut so. Wenn die Stelle zu mir passt, werde ich sie bekommen. Ich bin so richtig und in Ordnung, wie ich bin. Mein Kopf war frei und leicht. Ich konnte klar denken und fühlte mich mit mir verbunden.
  • bei meinem ersten Blind Date: Ich bin ich. Und ich habe jetzt die Chance, den genau zu mir passenden Partner zu finden. Entweder es passt oder es passt nicht. Das hat nicht nur mit mir zu tun. Ich bin okay, so wie ich bin. Und wenn wir füreinander geschaffen sind, dann wird er das auch so sehen. Ich war entspannt und energiegeladen.
  • als ich bei der Diskussion am letzten Wochenende meine Meinung vertreten habe: Ich habe meine Meinung. Damit fühle ich mich wohl und im Reinen. Andere können ihre Meinung haben. Ich sage klar und ruhig, was ich denke und wieso. Und das reicht. Ich muss nicht kämpfen. Es reicht, dass ich so bin, wie ich bin. Mein Denken war entspannt und ruhig. Ich fühlte mich gelassen und in mir ruhend.
  • bei dem tollen Sonnenuntergang im letzten Urlaub: Ich fühlte mich so leicht, wie auf Wolken. Ich bin genau so richtig und in Ordnung, wie ich bin.
  • als ich die Entscheidung getroffen habe, meinen Job zu kündigen: Ich fühlte mich ruhig und fest. Es ist meine Entscheidung und ich bin mit mir im Reinen.

Selbstannahme erleben

Wenn Sie einen oder mehrere Momente herausgefunden haben, können Ihnen diese Momente helfen, sich selbst besser anzunehmen. Versetzen Sie sich am besten regelmäßig in das Gefühl der Selbstannahme und stärken Sie damit Ihr Selbstwertgefühl. Denn das steigt automatisch, wenn wir unseren Fokus verschieben: Wenn wir uns weniger auf unseren inneren Kritiker konzentrieren, sondern immer mal auch darauf, wie wir uns selbst angenommen fühlen. Ja, dann fühlen wir uns auch öfter in Ordnung, akzeptiert und angenommen. Und dieses gute Gefühl, in Ordnung zu sein, es verdient zu haben und glücklich zu sein, ist es, was unser Selbstwertgefühl stärken kann.

Wir brauchen hier einen längeren Atem

Aber Selbstwertgefühl ist etwas, was man nur langfristig trainieren kann. Es reicht nicht, sich heute mal kurz zu erinnern, wann wir uns gut gefühlt haben. Es muss sich grundlegend und kontinuierlich etwas an unserer Selbstwahrnehmung ändern.

Machen Sie sich doch vielleicht gleich für jeden Tag ein oder zwei Termine, an denen Sie sich in Ihre Selbstannahmesituation hineinversetzen. Und dann schließen Sie kurz die Augen, stellen Sie sich die Situation vor und geben Sie sich dem Gefühl hin, sich angenommen zu fühlen. Sie können auch immer mal eine neue Situation nehmen und sich so nach und nach ein Repertoire von Selbstannahmesituationen zulegen. Jedes Mal, wenn Sie sich in Ihrer Vorstellung in Ihre Situation begeben, stärken Sie Ihr Selbstwertgefühl ein kleines bisschen mehr.

Übrigens: Falls Sie sich noch mehr von diesem Gefühl wünschen, ist vielleicht unser Projekt: „Innere Stärke“ etwas für Sie. Darin trainieren Sie Ihr Selbstvertrauen und Ihr Selbstwertgefühl, sodass Sei innerlich immer stärker werden.

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