Ehrlichkeit ist so entspannend

Warum macht es dein Leben so viel einfacher, wenn du ehrlich mit dir selbst bist?

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Das Leben wird so viel entspannter, wenn du ehrlich mit dir selbst bist.

Aber die meisten von uns sind nicht so richtig wahrhaftig mit sich selbst.

Obwohl ich mich bemühe, schaffe ich das auch nicht immer.

Und dafür gibt es auch einen Grund.

Der Grund heißt: Selbstanspruch.

Wir haben gewisse Ansprüche an uns selbst.

  • Wir wollen ein guter Papa oder eine gute Mama sein.
  • Oder wir wollen solidarisch sein und anderen helfen.
  • Wir wollen unsere Arbeit gut machen.
  • Wir wollen eine gute Freundin oder ein guter Freund sein.

Und dann tue ich plötzlich etwas, was nicht mit meinem Selbstanspruch zusammenpasst. 

Weil ich eben manchmal nicht vernünftig bin und ich mich nicht komplett im Griff habe:

  • Ich schreie also meine Kinder an.
  • Ich verhalte mich egoistisch.
  • Ich mache im Job einen krassen Fehler.
  • Ich versetze meine Freundin, weil mir etwas anderes doch wichtiger ist.

Und dann stehen wir da. 

Wir haben diesen Anspruch an uns selbst. 

Aber wir konnten diesen Anspruch jetzt nicht einlösen. Im Gegenteil, wir handeln, entgegen unserem Anspruch.

Was machen wir dann?

Dann können wir ehrlich zu uns sein und uns eingestehen, dass wir uns selbst heute nicht gerecht geworden sind.

Dass wir heute gescheitert sind.

Oder wir fangen an, uns die Sache schönzureden. 

  • So schlimm war das doch nicht.
  • Der andere soll sich mal nicht so haben.
  • Der andere hat schließlich angefangen.
  • Wenn er nicht dies gemacht hätte, hätte ich auch nicht jenes tun müssen.

Aber wenn ich mal mit dem Schönreden und den Entschuldigungen angefangen habe, dann muss ich diese meistens auch noch vor mir selbst und vor anderen verteidigen.

Dann stapele ich eine Ausrede auf die Nächste. Und je länger ich das mache, desto weiter entfernen sich meine Sichtweise auf die Welt und die Realität voneinander. Ich baue dann eine innere Scheinwelt auf. 

Und meine Freunde erkennen das und sagen dann: Der lügt sich selbst in die Tasche.

Ja, unser Verhalten kollidiert jeden Tag mit unserem Anspruch an uns selbst und sorgt dafür, dass wir uns selbst belügen oder dass wir ehrlich, aber eben dann unzufrieden mit uns sind.

Wenn wir das nicht wollen, was könnten wir dann tun?

Möglichkeit 1: Wir könnten uns einfach immer korrekt verhalten. Aber wir wissen es beide: Das wird nicht klappen. Dazu sind wir nicht rational, nicht willensstark, nicht maschinenmäßig genug.

Möglichkeit 2: Wir schaffen einfach unsere Selbstansprüche ab. Wir erwarten einfach nichts mehr von uns selbst. Das klingt zuerst nach einer Lösung. Aber wenn du nichts mehr von dir erwartest, hast du auch nichts mehr, das dir Halt und Orientierung gibt. Alles ist plötzlich beliebig. 

Deine Freunde sind auch weg, weil du ja nicht mehr den Anspruch hast, dich ordentlich zu verhalten.

Einen Job hast du wahrscheinlich auch nicht mehr, weil du ja nicht mehr den Anspruch an dich hast, ein guter Angestellter zu sein.

Alle Selbstansprüche total über Bord zu schmeißen, ist deswegen vielleicht auch keine Lösung.

Da ist es vielleicht doch besser, ehrlich mit sich selbst zu sein und zu sagen:

  • Ja, ich habe heute meine Kinder angeschrien. Heute war ich kein guter Vater. 
  • Ja, heute war ich egoistisch.
  • Ja, heute habe ich einen krassen Fehler auf der Arbeit gemacht, ich hoffe, ich kann das wieder ausbügeln.
  • Ja, heute war ich kein guter Freund, weil ich mich unfreundlich verhalten habe.

Ich bin nicht stolz darauf.

Aber so ist es eben gewesen.

Das ist ehrlich. 

Aber das muss man auch aushalten können. 

Dazu brauchst du eine gewisse innere Stärke.

Damit du damit dein eigenes Selbstwertgefühl nicht zu weit herunterdrückst.

Denn wenn du dir selbst ständig aufs Butterbrot schmierst, dass du dich nicht ordentlich verhalten hast, dann kann einen das schon frustrieren.

Deswegen brauchst du gleichzeitig eine gewisse innere Haltung.

Die Haltung, dass es okay und normal ist, ein unperfekter Mensch zu sein. 

Dass wir alle manchmal unserer Bequemlichkeit oder unserer Angst nachgeben, obwohl wir es besser wissen. 

Dass wir aber auch wachsen und besser werden können.

Dass das Ziel nicht ist, perfekt zu werden.

Sondern dass das Ziel ist, besser zu werden.

Uns unserem Selbstanspruch also immer mehr anzunähern.

Also eine immer bessere Version deiner selbst zu werden.

Und wenn das dein Ziel ist, kannst du auch ehrlich mit der selbst sein.

Was, wie gesagt, dein Leben so viel einfacher macht.

Ralf

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