Du darfst mich doof finden

Stell dir mal vor, du läufst eine quirlige Fußgängerzone entlang und du hängst gerade deinen Gedanken nach. Plötzlich kommt ein Mann im schicken Anzug auf dich zu und sagt zu dir:

„Hey, Sie sind echt Scheiße!“

Und du? Du lächelst den Mann erstaunt an, klopfst ihm einmal freundlich auf die Schulter, gehst weiter und hängst wieder deinen Gedanken nach. Den Vorfall hast du schon wieder vergessen.

Oder stell dir Folgendes vor: Du hast ein erfolgreiches Buch geschrieben. Und einer deiner Leser schreibt dir eine E-Mail und lässt darin kein gutes Haar an deinem Werk. Und du? Du liest die E-Mail aufmerksam. Du machst dir ein oder zwei Notizen dazu. Dann bedankst du dich freundlich per E-Mail bei deinem Kritiker. Und dann beschäftigst du dich mit etwas anderem, ohne weiter an die E-Mail zu denken.

Du denkst jetzt vielleicht: Ähmmm … das ist doch unrealistisch. So würde doch niemand reagieren.

Aber lass uns für einen Augenblick einfach mal so tun, als ob es doch Menschen gäbe, die mit Angriffen und Kritik auf diese Art umgehen könnten. So als Gedankenexperiment.

O. k.?

Ja … was müsste so ein Mensch denken, damit er so unglaublich entspannt sein kann? Was müsste er für eine Geisteshaltung haben, um ganz ruhig und ohne inneren Kampf mit Angriffen und Kritik umgehen zu können?

So ein Mensch könnte vielleicht denken:

  • Mein Wert als Mensch hat nichts damit zu tun, ob jemand mich oder meine Arbeit gut oder schlecht findet. Der Wert anderer Menschen hat ja auch nichts damit zu tun, ob ICH sie gut finde oder nicht.
  • Ich weiß, was mir wichtig ist. Ich kenne also meine Werte im Leben. Und ich tue jeden Tag etwas dafür, meine Werte zu leben, meine Werte zu stärken, zu verteidigen und meine Werte nach außen zu tragen.
  • Andere Menschen dürfen sein, wie sie sind. Ich darf sein, wie ICH bin.
  • Zum Glück darf ich mich irren, ich darf Fehler machen und auch mal scheitern. Das gehört zum Leben dazu. Ich stehe zu meinen Fehlern, lerne daraus und wachse daran.
  • Wenn ich eine Verpflichtung eingegangen bin, dann ist es meine Verantwortung, dieser Verpflichtung gerecht zu werden.
  • Ich mag es, dass ich mich selbst akzeptiere, mag und sogar liebe. Auch wenn ich Fehler und Ecken und Kanten habe.
  • Wenn ich anderen durch mein Tun versehentlich geschadet habe, dann versuche ich das wiedergutzumachen, wenn es in meiner Verantwortung liegt.
  • Ich habe für meine Fehler und Unzulänglichkeiten Verständnis. Und für die Fehler und Unzulänglichkeiten der Menschen um mich herum auch.
  • Ich gebe genauso viel, wie ich nehme.
  • Ich mag mich, mit all meinen Ecken und Kanten. Ich kann mich selbst leiden. Auch wenn andere mich oder meine Arbeit mal nicht mögen.
  • Meine Aufgabe ist es nicht, es anderen recht zu machen, anderen zu gefallen und deren Erwartungen zu erfüllen. Meine Aufgabe ist es, die Dinge voranzutreiben, die mir wichtig sind.
  • Es gibt nicht wenige Menschen, die schauen lieber auf die Fehler der anderen, weil das einfacher ist, als auf ihre eigenen Fehler oder ihr eigenes Unglück zu schauen.
  • Solange ich anderen Menschen damit nicht schade, ist es meine Sache, was ich tue, was ich nicht tue oder sogar, wie ich aussehe.
  • Bei ungefragter Kritik reden die Menschen eher über sich selbst und über ihre Selbstansprüche. Sie reden weniger über dich und deine Arbeit. Oft haben Kritik und Angriffe nichts mit dir zu tun.
  • Wenn ich eine Rückmeldung zu mir oder meiner Arbeit haben möchte, dann hole ich sie mir: Und zwar am liebsten bei den Menschen, deren Meinung ich wertschätze.

Stellen dir mal vor, du wärst von diesen Aussagen tief überzeugt. Was würde das in deinem Leben ändern? Was würdest du dich dann trauen? Wie würdest du dich dann fühlen?

Wenn dir ein Coach zu teuer ist und du deine Probleme selbst lösen willst, dann schau dir mein Selbstcoaching-Programm an.


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