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Dein Leben in die Hand nehmen

Die Lebensuhr: eine Methode, um dein Leben neu in den Blick zu nehmen

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Ich habe ein vergnügliches Buch von David Safier gelesen: „MUH!“ Diese Geschichte ist eine moderne Parabel, die in der Welt der Tiere spielt und menschliche Verhaltensweisen anschaulich oder eindringlich beschreibt. Ein Satz, der mir in der Geschichte mit der Kuh Lolle besonders gut gefällt, lautet: „Bevor man die Zukunft gestalten konnte, in der man dann endlich die Gegenwart genießen konnte, musste man wohl erst einmal die Vergangenheit bewältigen.“ Wohl wahr, dachte ich, als ich diese Zeilen las!

Vergangenes lebt weiter in der Gegenwart

Hier stellt die mutige ostfriesische Kuh Lolle eine Frage, die mich immer wieder umtreibt.

Warum bin ich heute in eine bestimmte schwierige Situation gekommen?

Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Häufig haben schwierige Situationen in der Gegenwart ihre Wurzeln jedoch in der Vergangenheit. Es kann z. B. sein, dass ich Probleme mit meinem Chef habe, mich in dessen Gegenwart unwohl fühle und deswegen verunsichert reagiere. Dieses aktuelle Problem hat dann aber vielleicht gar nicht so viel mit der Person des Chefs zu tun. Sondern vielmehr damit, dass der Chef mich an einen aggressiven Lehrer aus der Vergangenheit erinnert. Dieser Lehrer war aber schon so weit in Vergessenheit geraten, dass ich niemals eine Verbindung zwischen den beiden Personen gesehen habe. Wenn ich in die Vergangenheit schaue, finde ich vielleicht diesen Lehrer bei den Erinnerungen wieder. Heute kann ich mich – vielleicht auch mit Unterstützung im Außen (ein Coach, ein Therapeut) – mit dieser Person auseinandersetzen und eine gute Lösung für meine Belastung in der Gegenwart finden. Aber dafür brauche ich erst einmal den Rückblick in mein Leben, und das am besten mit einer wirkungsvollen Methode, z. B. mit der Lebensuhr!

Was kann man also tun?

Ich habe vor gut 10 Jahren im Rahmen meiner Ausbildung zum  systemischen Coach die sehr nützliche und interessante Lebensuhr kennen gelernt. Es war eine der wichtigsten Erfahrungen, die ich innerhalb der Weiterbildung erlebte. Mit der Lebensuhr nimmt man das eigene Leben in den Blick. Man schaut in zwei Richtungen: auf die Vergangenheit und auf die Zukunft. So gibt die Lebensuhr einem den Überblick über Erreichtes und noch Ausstehendes. Auch, wenn ich die Methode in der Gruppe kennen gelernt habe, so kann man sie jedoch sehr gut auch alleine anwenden. Sie hilft einem, unterschiedliche Fragen zu beantworten:

  • Was habe ich bereits erlebt?
  • Was möchte ich noch erleben?

Diese beiden zentralen Fragen teilen dein Leben in das Vergangene und Zukünftige auf. Sie machen auch deutlich, dass das eine nicht ohne das andere geht, denn deine Erfahrungen und Ressourcen aus der Vergangenheit bestimmen deine Zukunft. Das Schöne ist, die Lebensuhr zeigt die Antworten auf einen Blick! In diesem Artikel begleite ich dich dabei, dass du dir deine eigene ganz persönliche Lebensuhr erstellen kannst.

Und nun geht’s los 

Drucke dir zuerst hier die Vorlage für deine ganz persönliche Lebensuhr aus.

Vorlage “Lebensuhr” hier herunterladen

Oder male dir selbst eine Lebensuhr auf ein Blatt Papier.

Die Lebensuhr ist in Sieben-Jahres-Abschnitte unterteilt. Diese Einteilung in die Lebensjahrsiebte haben bekannte Psychologen wie Erik Erikson (1902–1994) oder Anthroposophen wie Rudolf Steiner (1861–1925) gelegt. Sie haben herausgefunden, dass diese Jahreseinteilung auf die meisten Menschen zutrifft, da sich bei vielen Menschen alle sieben Jahre etwas ändert. Meistens ist uns das gar nicht bewusst. Die Entdeckung der Siebener gibt die Möglichkeit, eine Ordnung zu finden – schon allein das kann sehr beruhigend wirken. Beim Rückblick wird einem manchmal auch klar, dass es Lebensabschnitte mit mehr Erinnerung gibt als andere Lebensphasen – das ist völlig normal und bedeutet nicht, dass man in jeder dieser Siebener gleichermaßen viele Erfahrungen suchen muss. Jeder Mensch ist anders und durchlebt sein Leben mal intensiver und mal ohne große Einschnitte.

Bei der Lebensuhr geht es auch darum, dass man anerkennt, dass manchmal Umwege im Leben notwendig sind, denn sie haben dazu geführt, wo wir heute stehen. Das braucht Zeit. Nimmt man sich die Zeit, so kann man eine wunderbare Erfahrung machen. Die meisten Menschen entdecken durch diesen Rückblick einen roten Faden in ihrer Lebensgeschichte und dass alles irgendwie zusammenhängt – Kohärenz nennen das die Psychologen –, obwohl einem das zuvor gar nicht so bewusst ist.

Erfahrungsgemäß ist es wichtig, dass man sich für die eigene Lebensuhr mindestens zwei Stunden Zeit nimmt, weil ein Blick auf das bisher gelebte Leben viele Erfahrungen und Eindrücke beinhaltet, die gewürdigt werden müssen.

Die Lebensuhr

Du brauchst nun deine Lebensuhr und einen Schreibblock oder einige Blätter Papier. Ein gemütlicher, ruhiger Platz und eine Tasse Kaffee oder Tee erleichtern die Reise durch die eigene Lebenszeit. Nun beginnst du damit, dich – bezogen auf jeweils einen Zeitabschnitt – zurückzuerinnern. Vielleicht hast du auch ein Fotoalbum zur Seite, das dir wichtige Impulse gibt? Es geht darum, dich an prägende Situationen zu erinnern. Das sind Situationen, die dich tief berührt haben, man kann dazu auch sagen: Sie haben einen emotional bedeutsamen Inhalt. Häufig sind das Situationen, an die du dich spontan erinnerst, weil sie sehr eindrücklich waren. Oder anders gesagt: Wenn du dich an dieses Ereignis erinnerst, wird die Vergangenheit manchmal so lebendig, als wäre diese Lebenssituation gerade passiert.

Erinnerung schafft Identität

Gehe dann entlang der einzelnen Lebensfelder die Stationen deines Lebens durch. Notiere entweder direkt entlang deiner Vorlage oder auf einem separaten Blatt das Alter, das Ereignis und die Gedanken dazu (z. B. 4 Jahre, Geburt des Bruders, Freude, nicht mehr alleine zu sein). Pro Lebensfeld sollte es mindestens eine wesentliche Erinnerung geben, um ein abgerundetes Bild über den gesamten Lebenszyklus zu bekommen.

Wichtig ist, dass du nicht nur bloße Informationen abträgst, wie man es in einem Lebenslauf macht, sondern eben bedeutsame Erfahrungen, die mit einem Gefühl verbunden sind. Erlebnisse, die dich sehr glücklich gemacht haben, bei denen du begeistert warst. Aber auch Erfahrungen, die für dich traurig, verletzend oder niederschmetternd waren.

Wenn du alle Erinnerungen komplett entlang der Lebensuhr eingetragen hast, kannst du beim Überblick schauen, wie dein zusammengefügtes „Lebenspuzzle“ jetzt aussieht:

  • Gibt es grundsätzlich mehr positive oder negative Erinnerungen?
  • Welche wiederkehrenden Themen (Muster) werden sichtbar?
  • Geht es z. B. mehr um Beziehungen, die du im Leben geführt hast, oder liegt der Schwerpunkt auf der beruflichen Entwicklung?

Wenn traurige Erlebnisse hochkommen, wie z. B. der Tod eines geliebten Menschen, dann besteht jetzt noch mal die Möglichkeit, dies zu betrauern. Tränen, die noch in der Seele gehalten wurden, haben jetzt die Möglichkeit, zu fließen. Wenn du diese stark emotionalen Dinge wiederentdeckst, kann ein guter Freund vielleicht im Anschluss eine Anlaufstelle sein. Sollte das nicht möglich sein, kann ein Coach oder ein Therapeut eine Unterstützung bieten. Es geht um Verarbeitung und das geht manchmal nicht alleine, denn der Blick von außen hilft dann bei der Aufarbeitung dieses wiedergefundenen Rucksackes. Ein Tipp kann auch sein, dass du dir an Anfang vornimmst, nur die positiven Erinnerungen im Sinne einer Freudenbiografie aufzuschreiben, um dir der eigenen Ressourcen noch mal bewusst zu werden.

Welche Themen bestimmen mein Leben?

Die Reise durch das Leben dient dazu, eine Gesamtschau des Lebens zu erhalten. So erkennst du bestimmte Lebensmuster und Zusammenhänge. Wie habe ich zum Beispiel schwierige Situationen gut gemeistert? Welche Personen waren dabei besonders wichtig? Welche Eigenschaften habe ich genutzt und welche Talente werden dabei sichtbar? Durch was oder wen habe ich Unterstützung und Halt gefunden? Es kann z. B. sein, dass mir der Wert meiner langjährigen Freundin noch mal sehr deutlich wird oder dass ich in schwierigen Situationen immer wieder den Schutz der Natur gesucht habe. Außerdem – und das ist ein wesentlicher Gewinn einer solchen Methode – schafft die Lebensuhr, dass ich mir meiner eigenen individuellen Biografie bewusst werde. Sie ist der Schatz eines jeden Menschen: meine Identität. Und vielleicht entdeckst du durch diesen Rückblick genauer die Lebensthemen, die jetzt bearbeitet werden möchten, damit du in deiner Entwicklung weiterkommst.

Die Gegenwart bestimmt die Zukunft

Ganz am Schluss – wenn du alle vergangenen Erinnerungen notiert hast –, sollte natürlich die Zukunft nicht zu kurz kommen. Wenn du den gesamten Überblick über die Vergangenheit hast, kannst du noch mal einen Blick in die Zukunft wagen: Wann möchte ich z. B. aus dem Beruf aussteigen, wie alt möchte ich werden? Was möchte ich noch mal in meinem Leben im Alter umsetzen? Auch dies kannst du in deine Lebensuhr eintragen. Damit bekommst du auch eine Orientierung über das aktuelle Lebensalter hinaus.

Bei der ostfriesischen Kuh in David Safiers „MUH!“ geht am Schluss alles gut. Lolle hat in ihrer Geschichte viele Abenteuer überwunden und sich dabei auch der Vergangenheit gestellt. Deswegen gelingt ihr am Schluss die Gegenwart. So sollte es sein, aber dafür braucht es wohl ein Aufräumen und Anschauen der Vergangenheit, sonst gelingen die aktuellen Herausforderungen eher nicht. Man stellt sich gewissermaßen immer wieder ein Bein oder, wie es der dänische Philosoph Kierkegaard ausdrückte: „Das Leben muss rückwärts verstanden und vorwärts gelebt werden.“

Susanne Kucklei

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