Das Big-5-Persönlichkeitsmodell

» Verbessere deine Beziehung zu dir selbst und zu anderen. Mit dem Big 5 Persönlichkeitsmodell lernst du dich selbst und andere besser kennen und verstehen.  «

Wunderst du dich manchmal darüber, wie genervt ein Arbeitskollege reagiert, wenn du ihn spontan um einen Gefallen bittest? Hältst du jemanden, der Veränderungen immer zuerst skeptisch betrachtet, für einen bremsenden „Bedenkenträger“? Findest du es absurd, dass manche Menschen sich für alles To-do-Listen und Zeitpläne machen?

Menschen sind unterschiedlich

Diese Situationen sind Beispiele dafür, wie unterschiedlich Menschen sein können und welche Auswirkungen bestimmte Charaktereigenschaften eines Menschen auf sein Verhalten haben. Während der eine sehr spontan ist, arbeitet der andere lieber ruhig und nach Plan. Und fühlt sich eben durch spontane Anfragen gestört. Der eine findet neue Ideen grundsätzlich immer toll, während der andere das Altbekannte schätzt. Manch einer geht lieber absolut strukturiert vor, während ein anderer lieber spontan und flexibel handelt.

Um einen Menschen und seine Eigenschaften zu beschreiben und einordnen zu können, haben Psychologen unterschiedliche Persönlichkeitsmodelle entworfen. Und wenn man gezielt eine Vielzahl unterschiedlicher Eigenschaften untersucht, kann man mit Hilfe solcher Persönlichkeitsmodelle auch unterschiedliche Persönlichkeitstypen bestimmen. Jeder Persönlichkeitstyp ist dann durch eine ganz bestimmte Kombination von Eigenschaften geprägt.

Heute möchte ich dir eines der bekanntesten Modelle, das Big-5-Persönlichkeitsmodell, vorstellen. Denn es gibt ein paar gute Gründe, weshalb es sehr hilfreich und beruhigend sein kann, sich mit Persönlichkeitsmodellen zu beschäftigen.

Wozu gibt es Persönlichkeitsmodelle?

Persönlichkeitsmodelle können dir dabei helfen, dich selbst und einige deiner Eigenschaften besser kennenzulernen. Und das kann dir manchmal auch ganz konkrete Vorteile bringen. Wenn du dich und deine Eigenschaften kennst, kannst du z. B. besser einschätzen, ob dein aktueller Job mit seinen speziellen Anforderungen eigentlich gut zu dir und deiner Persönlichkeit passt oder eher nicht.

Außerdem kann dir das reine Wissen um die Unterschiede zwischen Menschen und ihren Persönlichkeitseigenschaften dabei helfen, deine Beziehung zu anderen Menschen zu verbessern. Einfach dadurch, dass du andere etwas besser verstehen lernst und besser einschätzen kannst. Das kann in der Partnerschaft ebenso hilfreich sein wie im Arbeitsleben.

Besonders interessant und hilfreich sind solche Persönlichkeitsmodelle wie das Big-5-Modell aber für Menschen mit Personalverantwortung. Je besser man seine Mitarbeiter einschätzen kann, desto eher kann man sie auch an der passenden Stelle einsetzen.

Allerdings ist ein Modell immer nur ein beschränktes Abbild der Realität. Auch wenn du mit Hilfe eines solchen Modells vielleicht etwas mehr über dich selbst erfährst, ist das kein Grund, um sich einzig und allein darauf zu reduzieren. Die Persönlichkeit eines jeden Menschen ist individuell und sehr komplex. Die menschliche Individualität ist zu groß, als dass man sie mit einem solchen Modell vollends abdecken könnte. Und auch die Forschung ist nie fehlerfrei, sondern gewinnt beständig neue Erkenntnisse.

Persönlichkeitsmodelle sind also kein Patentrezept zur Selbstfindung, sondern ein erster Schritt, sich selbst und andere besser zu verstehen.

Das Big-5-Persönlichkeitsmodell

Die Idee zu Persönlichkeitsmodellen ist schon sehr alt. Bereits die alten Griechen unterscheiden Menschen nach ihren „vier Temperamenten“: den Choleriker, den Melancholiker, den Phlegmatiker und den Sanguiniker. Viele Persönlichkeitsmodelle sind allerdings wissenschaftlich umstritten bzw. nicht ausreichend belegt. Und dazu stellt jedes Persönlichkeitsmodell zumeist auch noch andere Eigenschaften in den Vordergrund. Doch welche Eigenschaften markieren den zentralen Unterschied zwischen Persönlichkeitstypen? Welche Eigenschaften sind ausschlaggebend, um eine Persönlichkeit von einer anderen zu unterscheiden? Wie kann man das feststellen?

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Um das herauszufinden, haben Psychologen in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts Wörterbücher analysiert. Ja, du liest richtig: Wörterbücher. Sie wollten herausbekommen, welches die wichtigsten Persönlichkeitsmerkmale sind, und haben dafür alle Begriffe herausgesucht, die allgemeine und alltägliche Persönlichkeitseigenschaften beschreiben. All diese Begriffe wurden dann wiederum so lange gruppiert, bis am Ende 5 große Begriffsgruppen entstanden sind, mit denen sich die individuellen Unterschiede von Persönlichkeit gut beschreiben ließen. So entstanden die „Big 5“.

Die 5 Persönlichkeitsdimensionen

Aus dieser Analyse sind 5 sogenannte Persönlichkeitsdimensionen hervorgegangen:

  1. Emotionale Labilität/Neurotizismus
  2. Extraversion/Soziabilität
  3. Offenheit für Erfahrung/Kreativität
  4. Anpassung/Verträglichkeit
  5. Festigung/Gewissenhaftigkeit

Zu diesen übergeordneten Dimensionen gibt es dann noch eine Menge einzelner Facetten.

Emotionale Labilität/Neurotizismus

Emotionale Labilität bzw. Neurotizismus beschreibt den Umgang eines Menschen mit Stress. Die einzelnen Facetten, die in dieser Dimension beispielsweise gemessen werden, sind: Ängstlichkeit, Reizbarkeit, Impulsivität etc.

Jemand, bei dem Neurotizismus stark ausgeprägt ist, ist sensibel und wird von seinem Umfeld als ängstlich, unruhig, niedergeschlagen oder launenhaft beschrieben.

Wenn Neurotizismus bei jemandem schwach ausgeprägt ist, ist derjenige belastbar und wird als gelassen, ruhig und sicher wahrgenommen.

Extraversion/Soziabilität

Extraversion ist eine Dimension, die aussagt, ob ein Mensch gerne in Gesellschaft anderer Menschen ist oder lieber für sich allein. Die Eigenschaften, die hier gemessen werden, sind u. a.: Geselligkeit, Durchsetzungsfähigkeit oder Erlebnishunger.

Jemand, bei dem diese Persönlichkeitsdimension stark ausgeprägt ist, ist extrovertiert und gilt als gesprächig, gesellig, enthusiastisch und lebenslustig.

Wenn diese Persönlichkeitsdimension bei jemandem schwach ausgeprägt ist, ist derjenige introvertiert und wird als ernst, ruhig und zurückhaltend wahrgenommen.

Offenheit für Erfahrung/Kreativität

In dieser Dimension wird gemessen, wie neugierig ein Mensch ist. Dafür abgefragte Eigenschaften sind z. B.: Fantasie, Ästhetik und Werte.

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Wenn die Offenheit für Erfahrung stark ausgeprägt ist, dann ist man ein erneuernder Typ. Kennzeichnend hierfür ist, dass eine Person mit dieser Eigenschaft wissbegierig und einfallsreich ist und immerzu nach neuen Erfahrungen sucht. Dafür ist dieser Typ aber auch relativ schnell gelangweilt.

Jemand, bei dem die Offenheit für Erfahrung schwach ausgeprägt ist, ist ein bewahrender Typ. Dieser Typ verfügt oft über viel Wissen zu einem eng abgegrenzten Interessengebiet, ist praktisch veranlagt und mag Routine.

Anpassung/Verträglichkeit

Diese Dimension hat mit der Frage nach dem Sozialverhalten zu tun. Hier überprüfte Eigenschaften sind beispielsweise: Vertrauen in andere Menschen, Hilfsbereitschaft und Entgegenkommen.

Jemand, bei dem Anpassung stark ausgeprägt ist, ist Autoritäten gegenüber bescheiden und fügt sich anderen relativ schnell. Menschen mit diesen Eigenschaften gelten als hilfsbereit und als gute Teamplayer. Für andere Menschen kann es manchmal so wirken, als wären sie unterwürfig und konfliktscheu.

Wenn Anpassung bei jemandem schwach ausgeprägt ist, dann ist sein Umgang mit Autoritäten eher skeptisch und herausfordernd. Ein solcher Typ wird meist sehr unabhängig und durchsetzungsstark wahrgenommen. Auf der anderen Seite kann man manchmal aggressiv oder unhöflich wirken.

Festigung/Gewissenhaftigkeit

Diese Dimension beschreibt, wie fokussiert sich eine Person auf ein Ziel konzentriert. Die Eigenschaften, die hierbei eine Rolle spielen, sind u. a.: Ordnungsliebe, Leistungsstreben oder Selbstdisziplin.

Wenn Gewissenhaftigkeit bei jemandem stark ausgeprägt ist, arbeitet diese Person fleißig, diszipliniert und zuverlässig auf ihre Ziele hin. Sie gilt als sehr willensstark, aber manchmal auch als pedantisch und zu anspruchsvoll.

Falls die Gewissenhaftigkeit schwach ausgeprägt ist, dann ist diese Person eher flexibel und legt eine entspannte und spontane Vorgehensweise an den Tag. Auf der anderen Seite zögert dieser Typ gern Dinge heraus und gilt schnell als unproduktiv.

Wenn du jetzt selbst einmal herausfinden möchtest, wie stark die 5 Persönlichkeitsdimensionen bei dir ausgeprägt sind, kannst du hier einen Kurztest machen: http://de.outofservice.com/bigfive/

Zum Weiterdenken

Wie kannst du dieses Wissen jetzt konkret für dich nutzen? Hier einmal ein paar Fragen für dich zum Weiterdenken:

  • Stimmt meine Eigenwahrnehmung einigermaßen damit überein, wie ich von anderen Menschen wahrgenommen werde, oder gibt es hier starke Widersprüche?
  • Passt das Leben, so wie ich es jetzt führe (Beruf, Umfeld, Beziehungen etc.), gut zu meiner Persönlichkeit?
  • Was brauche/bräuchte ich, um zufriedener zu werden? Und wie könnte ich das in mein Leben bringen?
  • Mit welchen der Persönlichkeitsausprägungen komme ich bei anderen Menschen gut zurecht, mit welchen eher weniger gut?
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